Der grosse Wohlfühl-Entwurf

Gerrit Horn baut Häuser, die ihrer Zeit nachhaltig voraus sind.


Es gibt Architekten, die haben die eigene Handschrift und das bauliche Spektakel mehr im Blick, als die Funktion eines Gebäudes. Nachhaltige Architektur interessiert sie nur dann, wenn sie Aufmerksamkeit verspricht. Gerrit Horn hat seine ganz eigene Meinung über Berufskollegen, die nur in Formen denken, im Schöngeistigen verharren oder überzogene Naturromantik predigen. Doch statt sich in Kritik an anderen zu üben, lässt er lieber Taten sprechen und baut Häuser, die mit zum Cleversten zählen, was derzeit an nachhaltiger Architektur zu haben ist.

Seit Gründung seines Büros bau.werk 1996 realisieren er und sein Team Holz-Passivhäuser. Horn ist ein Pionier auf diesem Gebiet. „Ich kann gar nicht anders als nachhaltig bauen“, sagt er. „Für mich ist das die einzige Form von Architektur, die sinnvoll und relevant ist.“

Horns Wurzeln liegen in der Umweltschutz- und Anti-Atomkraft- Bewegung, die seine Jugendjahre im Raum Stuttgart prägten. Nach dem Abitur wurde er Zimmermann und machte seinen Meister. Erst mit 28 Jahren schrieb er sich in Kaiserslautern für das Studium der Architektur ein. Es war die Zeit, in der in Deutschland die ersten Passivhäuser gebaut wurden. „Das Erste stand in Darmstadt“, erinnert sich Horn. „Ich bin hingefahren, habe es mir angeschaut und danach war die Sache für mich klar. Es gab kein Zurück mehr.“ Damals war er weit und breit der einzige Architekt im Studiengang, der seine Studienprojekte in Passiv-Bauweise umsetzte. Während Kommilitonen und Professoren überwiegend mit Skepsis oder Desinteresse reagierten, träumte er stoisch vom „komplett energieautarken Gebäude“.

Sein Studium finanzierte er sich mit einer Vollzeitstelle bei einer Fertighausfirma. Im Stillen hoffte Horn, seine Ideen von nachhaltiger Architektur dort umsetzen zu können. „Aber mit solch neuen Gedanken kommt man nicht unter, wo andere bereits sind“, konstatiert er nüchtern. Also gründete er bereits im letzten Studienjahr sein Büro bau.werk in Kaiserslautern und später mit seinem Partner Johannes Backes Holzbau Horn. Das Teamwork ist effektiv und einfach: bau.werk entwirft, der Holzbau realisiert.

Ich träume vom komplett energieautarken Gebäude. 

Gerrit Horn
Architekt und Zimmermann

Holz ist für Gerrit Horn aus gutem Grund das Material seiner Wahl: „Es ist ein Naturprodukt, CO2-neutral, ressourcen- und klimaschonend. Richtig verarbeitet hält es für Jahrhunderte, ganz ohne den Einsatz von Schutzmitteln. Holz brennt zwar, ein Holzhaus aber eben nicht. Wir erreichen ohne Probleme die hohen Feuerwiderstandsdauern, die der Gesetzgeber zu Recht fordert. Außerdem ist Holz schalldämmend und wir verarbeiten es trocken, unsere Auftraggeber können also schnell einziehen und haben von Anfang an ein gesundes Wohnklima.“

Man darf den 50-jährigen Gerrit Horn nicht missverstehen. Er ist kein radikaler Öko-Krieger, sondern durch und durch pragmatischer – und überaus freundlicher, humorvoller – Realist. Auch er will schöne Häuser bauen, die zu den Menschen, die sie bewohnen, passen und die sich ihrem Leben über Jahrzehnte hinweg anpassen. Nachhaltigkeit ist für ihn kein Zwang, sondern die Chance, ein Zuhause zu realisieren, das gesundes Wohnen ermöglicht und dabei Ressourcen und Klima schont. Häuser, die Ethik und Ästhetik verbinden. Die etwas Positives schaffen.

Seine Klientel besteht überwiegend aus jungen Familien. Aber auch mehr und mehr ältere Paare kommen zu ihm. Paare, die nach Auszug ihrer Kinder die Leere des Raums in ihren großen Häusern spüren. Beiden Gruppen sagt Horn das Gleiche: „Denkt nicht an jetzt, an heute, denkt zehn, zwanzig, dreißig Jahre weiter. Denkt an barrierefreies Wohnen, denkt an Häuser, die ihr in Einheiten aufteilen könnt, damit ihr mehrere Generationen oder eure Pflegekräfte unterbringen oder eine Einheit vermieten könnt. Denkt an große Gemeinschaftsräume, nicht an große Bäder.“

So individuell und flexibel Horn das Innere seiner Bauten auf die Bedürfnisse und Wünsche seiner Auftraggeber abstimmt, so standhaft ist die Form und Fassade der Häuser: „Wir bauen so energieeffizient, dass unsere Kunden in den nächsten fünfzig Jahren keine Veränderungen an der energetischen Hülle mehr vornehmen müssen.“

Derzeit arbeitet Horn an einem Einfamilienhaus in Mannheim, das durch thermische Solarkollektoren gewonnene Energie in seiner Bodenplatte speichern kann: „Wir packen die Sonnenenergie unters Haus und packen sie dann wieder aus, wenn wir sie brauchen.“

Seine eigene Energie lädt Gerrit Horn im Diskurs mit anderen auf, bei Vorträgen, Schulungen und Seminaren, die er als gefragter Experte in Deutschland, Luxemburg und Frankreich hält. Es ist der Austausch, der ihn motiviert, das gemeinsame Weiterdenken. Was ihn dauerhaft inspiriert hat? „Mein Zimmermeister, bei dem ich lernen konnte“, sagt Horn. „Sein Schaffen, seine Offenheit, Ehrlichkeit und Menschlichkeit waren sehr wertvoll für mich. Ich versuche, das selbst zu leben.“ |

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