Hilfe in der Corona-Krise

Die ISB hat die Aufgabe übernommen, die Soforthilfen von Bund und Land an kleine Unternehmen und Selbstständige auszuzahlen – eine Mammutaufgabe. Aber auch mit zahlreichen anderen Programmen kann die ISB Unternehmen in Rheinland-Pfalz aus der Krise helfen.


„Wir haben sicherlich noch nie in einem Monat so viel gearbeitet wie im April 2020“, sagen Roland Wagner, Leiter der Mittelstands- und Kommunalfinanzierung, und Thomas Wittig, Leiter des Bereichs Zuschüsse bei der ISB. Im März hatte die Bundesregierung ein Soforthilfeprogramm für kleine Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie für Selbstständige aufgelegt, zugleich startete das Land Rheinland-Pfalz ein eigenes Hilfsprogramm für Unternehmen mit bis zu 30 Beschäftigten. Die Abwicklung von beiden Programmen wurde an die ISB übergeben. „Nachdem wir das erfahren hatten, hatten wir kaum noch eine freie Minute“, so Thomas Wittig.

Das Bundesprogramm ist mittlerweile beendet, es war mit mehr als 100.000 Anträgen sehr stark nachgefragt. Die Kredite des Landesprogramms können noch bis Ende Juni beantragt werden. Bei Unternehmen mit zehn bis 30 Beschäftigten sieht das Land noch einen Zuschuss in Höhe von 9.000 Euro vor. Da hier – wie bei den meisten Darlehensprogrammen der ISB – die Hausbanken der Unternehmen eingebunden sind, mussten auch diese erst die notwendigen Voraussetzungen schaffen. „Jetzt läuft das praktisch wie am Fließband“, berichtet Roland Wagner. „Wir haben im ersten Monat so viele Anträge bewilligt wie sonst in einem Jahr.“

Soforthilfe für kleine Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie für Selbstständige:
ein Hilfsangebot, das schon in den ersten Tagen rund 50.000 Mal nachgefragt wurde. Im Eiltempo hatte die ISB die Systeme vorbereitet, um ab dem 29. März bereit zu sein – dem ersten Tag, an dem die Antragstellung für das Zuschussprogramm des Bundes möglich war. Während die ISB normalerweise rund 4.000 Anträge im Jahr bearbeitet, gingen bis zum 26. Mai mehr als 102.000 Anträge ein, davon rund 37.000 Mehrfacheinreichungen. Gut 500 Millionen Euro wurden an knapp 63.000 Unternehmen ausgezahlt, 3.400 Anträge mussten abgelehnt werden – vor allem, weil die Unterlagen unvollständig waren. Die Priorität lag darin, die Hilfen so schnell wie möglich auszuzahlen. Eine genauere Prüfung der Einzelfälle wird im Nachgang - auch im Zuge der Einkommensteuererklärungen - vorgenommen.

Aus vielen persönlichen Gesprächen wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ISB, wie sehr Unternehmen unter Geschäftsschließungen und Umsatzrückgängen durch die Corona-Krise leiden. „Durch die Soforthilfen, aber auch durch unsere anderen Programme haben viele Unternehmen die Möglichkeit, ihre aktuellen Probleme zumindest etwas abzufedern.“ So können Betriebe, die aktuell ein Darlehen bei der ISB haben, ihre Tilgungsraten bis zum Jahresende aussetzen – sie haben damit weniger laufende Ausgaben und mehr Liquidität. „Das ist eine relativ einfache Hilfe, die sehr schnell ankommt“, so Roland Wagner. Das Geld muss zwar später bezahlt werden – aber erst am Ende der Darlehenslaufzeit, die Zahlungen werden an die Laufzeit angehängt.

Wer zusätzliche Kredite oder auch eine Bürgschaft benötigt, kann sich an die ISB wenden. Dazu können Unternehmen aus Rheinland- Pfalz nach wie vor die regulären ISB-Programme in Anspruch nehmen. „Wir versuchen immer, eine individuelle Lösung zu finden“, verspricht Roland Wagner. „Zusätzlich können wir mit manchen Unternehmen für den Anfang eine Tilgungsfreiheit vereinbaren, das ist dann eine individuelle vertragliche Absprache. Wir tun auf jeden Fall gerade jetzt alles, was wir können, um Unternehmen in ­Rheinland-Pfalz zu unterstützen.“  |

Stundungen bei ISB-Darlehen an Wohnungseigentümer

Wer durch die Covid-19-Pandemie Einnahmenausfälle erlitten hat, kann eine Stundung seiner ISB-Darlehensraten für den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni beantragen. Damit soll es Wohnungseigentümern erleichtert werden, ihr Eigenheim zu erhalten.

Der vollständig ausgefüllte Antrag wird bei der ISB eingereicht an:

WRF.Stundung.Corona@noSpam.isb.rlp.de
oder
Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB),
Holzhofstraße 4, 55116 Mainz